Initiativen zur Förderung der Mitarbeiterbeteiligung

Mitarbeiterbeteiligung als Soforthilfe für Unternehmen

Die Corona-Krise bedroht die Unternehmen in Deutschland. Das abrupte Wegbrechen von Aufträgen und Umsatzerlösen führt mit einem rasanten Tempo zu existenziellen Liquiditätsproblemen. Personalaufwendungen stellen dabei den größten Liquiditätsabfluss dar. Eine wirkungsvolle Soforthilfe für Unternehmen wäre daher, wenn Teile des Gehalts oder Sonderzahlungen soweit möglich und angemessen temporär nicht ausgezahlt würden, sondern als Kapitaleinlage der Mitarbeiter im Unternehmen verbleiben. Dies würde sowohl eine entscheidende Liquiditätsersparnis als auch eine Erhöhung des Eigenkapitals für die Unternehmen bewirken.

Der Gehaltsverzicht der Mitarbeiter würde durch eine Kapitalbeteiligung am Unternehmen in Form einer stillen Gesellschaft oder von Belegschaftsaktien vollständig kompensiert. Die so beteiligten Mitarbeiter könnten am späteren Wiederaufschwung des Unternehmens als Miteigentümer partizipieren. Für den Fall einer eintretenden Insolvenz könnte das Mitarbeiterkapital abgesichert werden. Gleichzeitig hilft eine Mitarbeiterbeteiligung das gerade in den aktuellen Krisenzeiten dringend notwendige Wir-Gefühl und den Zusammenhalt zu stärken.

Bereits in der Finanzkriese 2009 hatte der DGB unter dem Titel „Belegschaftskapital als attraktiver Baustein einer Krisenlösung“ ähnliche Maßnahmen für eine derartige Entgeltumwandlung in Krisenzeiten vorgeschlagen. Bis heute wird diese Möglichkeit allerdings durch das Steuerrecht erschwert. Auf nicht ausgezahlte Einkommen müssen die Mitarbeiter sofort Einkommensteuer und Sozialabgaben entrichten. Das heißt, es fehlt nicht nur an Netto-Gehalt, sondern es entstehen zudem zusätzliche Kosten durch Steuern und Abgaben.

Die einfache Lösung dafür ist die nachgelagerte Besteuerung für diese Form der Entgeltumwandlung, das heißt die Verschiebung der Steuerlast auf den Zeitpunkt der Rückgabe oder des Verkaufs der Beteiligungen. Als Teil der Soforthilfe für Unternehmen plädiert der Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung – AGP daher im Namen seiner Mitgliedsunternehmen und zusammen mit Fachexperten von Rödl & Partner, der mit-unternehmer.com Beratungs-GmbH sowie der MitErfolg GmbH für eine sofortige Umsetzung der folgenden Maßnahmen:

  • Regelung der Entgeltumwandlung für Einlagen der Mitarbeiter in das Arbeit gebende Unternehmen zunächst für einen Zeitraum von 24 Monaten und bis zu einer Obergrenze von 7.500 € pro Jahr und Mitarbeiter (zwei durchschnittliche Monatsgehälter).
  • Freigabe der schon beschlossenen Erhöhung des Steuerfreibetrags für Mitarbeiterkapitalbeteiligungen gem. § 3,39 EStG von € 360 auf € 720.
  • Schaffung von Möglichkeiten der Absicherung von Beteiligungen durch die KfW oder die Bürgschaftsbanken der Bundesländer für einen Zeitraum 60 Monaten.

Die nachgelagerte Besteuerung ist für den Fiskus und die Sozialversicherungen nahezu aufkommensneutral und würde den Unternehmen sofort ein hohes Maß an Flexibilität einbringen.

 

Wir unterstützen diese Initiative

Prof. Dr. Gerd Waschbusch, Universität des Saarlandes

Dr. Philip Letttmann, WALA Heilmittel GmbH

Ulrich Zahoransky, Zahoransky AG

Thomas Bruch, Globus SB-Warenhaus Holding GmbH & Co. KG

Christoph J. Stresing, Bundesverband Deutsche Startups e.V.

Prof. Dr. Joachim Fetzer, Zentrum für Wirtschaftsethik – ZfW gGmbH

Nicolas Brunken, Matthäi Bauunternehmen GmbH & Co. KG

Dr. Peter Göth, Claas KGaA mbH

Dr. Benedikt Jürgens, PEAG-Mitarbeiter-Beteiligungs-GmbH

Ralf Trautz, ISD – Industrie Service für Datenverarbeitung GmbH

Dr. Rolf Leuner, Rödl GmbH

Thomas Domeyer, Goldbeck GmbH

Christiane Hirsch, HOPPECKE Batterien GmbH & Co KG

Toni Werner, EICHENHAUS AG

Frank Quathamer, CAPERA Gruppe

Simone Schmitt-Schillig, Unequity GmbH

Thomas Müller, hkp/// group

Dr. Ludger Vogt, Smart Commerce SE

Volker Overesch, MLH Bürgerimmobilien eG

Dr. Markus Sendel-Müller, Rechnungshof des Saarlandes

Stefan Aumüller, Aumüller Druck GmbH & Co. KG

Robert Müller, horizont group gmbh

Hans Eschbach, Handelsblatt Media Group GmbH & Co. KG

Michael Friedchen, Ortho Reha GmbH

Kai Wagner, H. Courtehoute GmbH

Stefan Becker, S-MBS GmbH MitarbeiterBeteiligungsService

Uwe Werther, Projektplan Venture Consult GmbH

Dirk Lachenmaier, WSS Vermögenstreuhand GmbH

Horst Maess, Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) Kreisverband Rems-Murr

 

  1. Gerne unterstütze ich diese Forderungen. Die Besteuerung ist ein Unding und es ist schade, dass einige europäische Länder für die Arbeitnehmer vorteilhaftere Regelungen haben.

  2. At the Institute for Economic Democracy in Slovenia we started a similar initiative. We are working with the government crisis group to channel part of gov assistance into establishing EO. It is important to note that not any employee shareholding model would make sense if we are to promote structural and sustainable employee ownership. The model of our choice is the American ESOP – ownership through trust with individuated capital accounts -, because it is inclusive (all workers are part of the plan), financially accessible (buy-out financed thorugh retained earnings), and sustainable (internal market for „employee shares“ that maintains EO through changes in generations of employees).

    I wrote an op-ed on this topic (https://medium.com/@gonza.tej/using-government-corona-aid-packages-to-establish-employee-ownership-c074ddfe1d68), while my collegue Dr. David P. Ellerman and I are just now trying to publish a policy proposal explaining how different forms of government aid can be used to establish EO ESOP style.

    I am happy to provide more information or talk about potential collaboration.

  3. Appeal to all European governments and institutions
    Employee share ownership in times of pandemic
    This is not the first pandemic. However, for the first time, it affects the whole world without exception. Like all previous ones, this one will come to an end, after which there will be a recovery. In the meantime, it is causing a great deal of suffering, including for industrial and financial assets, which have suffered a massive loss of value. This situation is highly favourable to the development of employee share ownership. Indeed, to cope effectively, everyone is inclined to join forces, to act in solidarity, to succeed together. These are also features of employee share ownership. Many companies are suffering, encountering serious liquidity problems, and are looking to reduce salary costs, in order to cope. This can be offset by allocating shares to employees, especially as share prices have fallen. Taxation should not stand in the way of this compensation, it should encourage it. This is what the „initiative for employee participation“ in Germany is aiming for. In addition, many businesses are at risk of bankruptcy. To cope, it is time to promote the other aspect of employee share ownership, that of the takeover of companies by employees. There are many tried and tested formulas for this – employee cooperatives, sociedades laborales, employee ownership trust, ESOP plans, the latter being undoubtedly the most effective. Finally, many companies remain healthy but have to deal with the temporary loss of value of their assets and the coming requirements of the return to work. Here too the distribution of shares to employees can be a powerful factor for success for all. In all these situations, taxation and public policy should not hinder but should encourage and facilitate. We call on all European governments and institutions to act accordingly. Sign the appeal and see all supporters and reactions on http://www.efesonline.org/corona/DE.htm

    Marc Mathieu
    Generalsekretär
    EFES – EUROPEAN FEDERATION OF EMPLOYEE SHARE OWNERSHIP
    EFAK – EUROPÄISCHE FÖDERATION FÜR MITARBEITERKAPITALBETEILIGUNG

  4. Diese Initiative ist eine gute Art die Betroffenen zu Beteiligten im doppelten Sinne zu machen! Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit eine (Online-)Petition im Bundestag dafür zu starten – das Thema ist es auf jeden Fall wert, sonst verlieren wir in den nächsten Monaten einen großen Teil mittelständischer Firmen.

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